Corona Express Juli

Corona Express

Was gibt es Neues?

Aktuelle Corona-News kompakt. Falls jemand mal auf die Idee kommt, ein Fake-Attest aus dem Internet zu nutzen, um von der Maskenpflicht befreit zu sein, der sei gewarnt. Wie hoch die Strafen in diesem Fall sein können, klären wir in diesem Blog. Außerdem: eine Hochzeit musste kurzfristig wegen Corona abgesagt werden. Der Arbeitgeber der Braut wurde nun verklagt. Wo besteht hier der Zusammenhang? Und nicht zuletzt wissen wir, dass während der Pandemie deutlich mehr Plastikmüll angefallen ist als zuvor. Doch welches Land sorgte für die größten Müllberge? Corona Express - aktuelles und kurioses, kurz und kompakt.

 

Verwendung eines Maskenattests aus dem Internet mit Folge 

Der Angeklagte wusste dies nicht und lud sich die von einem Arzt im Internet zur Verfügung gestellte Blanko-Bescheinigung herunter. Das „Ärztliche Attest”, hatte den Namen des ausstellenden Arztes und seine Berufsbezeichnung draufstehen und musste nur mehr mit den persönlichen Daten vervollständigt werden. Das Attest bestätigte dem Verwender, dass es aus medizinischen Gründen nicht empfehlenswert sei, einen Mundschutz zu tragen. Als der Angeklagte von der Polizei auf die Maskenpflicht hingewiesen wurde, zeigte er das Formular vor. Das Landgericht Hannover verurteilte ihn daraufhin am 13. Dezember 2021 wegen Gebrauchs eines unrichtigen Gesundheitszeugnisses nach § 279 des Strafgesetzbuchs (StGB) zu einer Geldstrafe in Höhe von 50 Tagessätzen. Das Gericht argumentierte, dass es so schien, als hätten bei dem Angeklagten individuelle medizinische Gründe vorgelegen, die begründen, wieso er vom Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes befreit wurde. So etwas kann jedoch nur nach der Durchführung einer körperlichen Untersuchung entschieden werden. Da diese jedoch nie stattgefunden hat, sei das vermeintliche Attest laut Gericht also unrichtig gewesen.

 

Unmengen von Plastikmüll durch Pandemiepolitik

Dass wir durch die Pandemie sehr viel mehr Plastikmüll produziert haben als früher, sollte uns allen klar sein. Die Volksrepublik China ist das letzte große Land der Erde, das die Ausbreitung des Coronavirus, ja sogar am liebsten jede Infektion mit dem Virus, vermeiden möchte. Dafür haben sie konkrete Maßnahmen, wie etwa die extrem strengen Quarantäneregeln, die monatelang andauernden Lockdowns und die Regelungen, die das Testen betreffen. Der Nachteil? Wenn sich Hunderte Millionen Chinesen alle zwei oder drei Tage testen lassen, entsteht eine riesige Menge Müll. Allein für Shanghai gaben die Behörden an, dass während des Lockdowns von Mitte März bis Anfang Juni 68.500 Tonnen medizinischen Abfalls angefallen seien – das ist sechsmal mehr als normalerweise. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bereits Ende Februar gewarnt, dass die durch die Pandemie explodierende Menge an Müll ein enormes Problem darstellt. Nach ihrer Einschätzung sind knapp ein Drittel der Gesundheitseinrichtungen weltweit (60 Prozent in den am wenigsten entwickelten Ländern) nicht für die Bewältigung bestehender Abfalllasten ausgestattet, geschweige denn für die zusätzliche COVID-Belastung.

 

COVID-Sterblichkeit war in ärmeren Ländern doppelt so hoch

Eine neue Studie beschäftigte sich nun mit den Sterberaten zu Beginn der Pandemie. Forschende aus Australien wollten die These bestätigen, dass einkommensschwache Länder die größte Last der globalen Katastrophe getragen haben. Um die Belastung durch COVID-19 richtig beurteilen zu können, haben sie Infektions- und Mortalitätsdaten von 25 Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen gesammelt und verglichen, und das, bevor Impfstoffe gegen das Coronavirus in diesen Regionen zur Verfügung standen. Sie sammelten zwischen April 2020 und Februar 2021 außerdem Blutproben von Menschen in verschiedenen Altersgruppen und suchten nach Antikörpern gegen SARS-CoV-2, ein Zeichen dafür, dass jemand zuvor infiziert worden war. Das Ergebnis: zu Beginn der COVID-Pandemie war das Risiko, an der Krankheit zu sterben, für Menschen in Ländern mit niedrigem Einkommen demnach etwa doppelt so hoch wie für Menschen in reichen Ländern. Die Sterblichkeitslücke zwischen Ländern mit niedrigem und hohem Einkommen ist bis heute geschrumpft, da mittlerweile COVID-Impfstoffe verfügbar sind.

 

Chef muss Schadenersatz für ausgefallene Hochzeit zahlen

Paare, die während der Corona-Pandemie heiraten wollten, hatten es besonders schwer. Lange Zeit musste man auf ein Personen-Limit und auf die Maskenpflicht achten.  Viele haben ihren Hochzeitstermin deswegen sogar verschoben. Es kam aber leider auch vor, dass der große Tag spontan, oft nur wenige Tage vorher, abgesagt werden musste, beispielsweise aufgrund einer Corona-Infektion oder einer angeordneten Isolation unter den Hochzeitsgästen bzw. dem Hochzeitpaar. Genauso erging es auch einer Angestellten, die nun ihren Arbeitgeber verklagte. Wieso? Die Frau und ihr Abreitgeber waren im Sommer zweimal auf einem 30-minütigem Geschäftstermin sowie auf zwei weiteren kürzeren Terminen gewesen, nachdem ihr Chef mit Erkältungssymptomen aus dem Urlaub zurückgekehrt war. Er trug bei den Terminen zudem keine Maske. Kurz darauf wurden er und seine Ehefrau positiv auf das Coronavirus getestet und der Klägerin wurde durch das Gesundheitsamt eine zehntägige Quarantäne verordnet. Ihre geplante Hochzeit musste sie absagen. Mit der Stornierung fielen jedoch Kosten über 5.000 Euro für Essen, Blumen, die Location, eine gebuchte Band und die Hochzeitsreise an. Sie forderte Ersatz vom Arbeitgeber. Das Landesgericht München urteilte: Wenn der Arbeitgeber durch sein Verhalten eine Corona-Quarantäne verursacht, in deren Folge die Hochzeit des Mitarbeiters abgesagt werden muss, hat dieser Anspruch auf Schadenersatz. Besonders wenn der Arbeitgeber seine Fürsorgepflicht verletzt hat und sich nicht an die geltenden Arbeitsschutzregeln in Bezug auf SARS-CoV-2 gehalten.

 

Fazit

Leider ist es nicht nur in China so, dass pandemiebedingt riesige Mengen von Plastikmüll angefallen sind. Doch glücklicherweise ist die Pandemie ja schon am Abklingen und es geht eher Richtung Endemie. Auch haben wir gelernt, dass man sich besser keine Masken Atteste aus dem Internet holen sollte. Ja, Maske tragen kann manchmal nervig sein, aber dennoch schützt sie uns ja und im Endeffekt fühlt man sich auch viel sicherer. Und wer weiß, was passiert wäre, wenn der Arbeitnehmer in unserem Hochzeits-Fall eine FPP2- bzw. Anti COVID-19-Maske getragen hätte? Es ist sehr gut möglich, dass die Hochzeit dann nicht hätte abgesagt werden müssen…