Corona-Faktencheck 5: Blutspende nach Corona Impfung?

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Keine Blutspende nach einer Impfung gegen Covid-19?

In Sozialen Netzwerken kursiert die Information, das Rote Kreuz in den USA erlaube Covid-19-Geimpften nicht mehr, Blut zu spenden, weil die Impfung angeblich die natürlichen Antikörper zerstöre. Dieses Gerücht erreichte auch den deutschsprachigen Raum und könnte nun den ein oder anderen verunsichern. Doch ist da überhaupt etwas Wahres dran, gibt es ein Blutspende-Verbot für Covid-19-Geimpfte?

Ausschlusskriterien bewahren vor möglichen Risiken und Nebenwirkungen

Bestimmte Erkrankungen oder Zustände, auch Reisen in besondere Gebiete, können eine vorübergehende oder dauerhafte Rückstellung von der Blutspende bedeuten. Rückstellung ist hier mit einer Art Wartezeit gleichzusetzten, die man einhalten muss, bis man wieder sein Blut spenden darf. Die Idee dahinter ist, den Spender vor möglichen Nebenwirkungen zu schützen und gleichzeitig das Blut für den Patienten so sicher wie möglich zu machen. Anhand vieler Ausschlusskriterien-Listen, z.B. vom Robert Koch-Institut zusammengestellt, kann man sich im Vorfeld darüber informieren, ob man als Spender in Frage kommt oder nicht. Gleichzeitig klären diese über die Zeiträume auf, ab wann man nach einer bestimmten Erkrankung bzw. einem Zustand wieder Blut spenden darf.

 

Impfungen scheinen zunächst ein Ausschluskriterium darzustellen

Man wundert sich vielleicht darüber, dass man auf diesen Listen auch das Ausschlusskriterium "Impfungen mit Impfstoffen wie z. B. gegen Masern, Mumps oder Röteln" findet. Es kann also auch sein, dass eine vorhergehende Impfung zu Komplikationen bei einer Blutspende führen kann. Bei Masern, Mumps und Röteln werden Lebendimpfstoffe in Form von abgeschwächten Viren geimpft. Bei dieser Art Impfstoff ist es wichtig, dass eine Spenderrückstellung stattfindet, damit keine Impfviren mit dem Blut übertragen werden. Anderes gilt bei Totimpfstoffen, bei denen abgeschwächte oder inaktivierte Viren bzw. Virusbestandteile verabreicht werden. Zu den Totimpfstoffen gehören zum Beispiel Impfstoffe gegen Diphtherie, Hepatitis B, Kinderlähmung, Keuchhusten und Tetanus.

 

SARS-CoV-2-Impfstoffe enthalten nicht-infektiöse Virusbestandteile

Die bei SARS-CoV-2-Impfstoffen verwendeten Verfahren, sind derzeit die mRNA­- und Vektor-Technologien, wobei keine dieser Impfungen abgeschwächte oder abgetötete Viren enthält. Eine Covid-19-Impfung stellt also kein Ausschlusskriterium dar, sodass eine Blutspende, sofern keine Impfreaktionen aufgetreten sind, bereits am nächsten Tag einer Schutzimpfung wieder möglich ist. „Auf der Basis des aktuellen Wissenstandes ist nach einer Impfung mit den in Zulassung befindlichen SARS-CoV-2-Impfstoffen, die inaktivierte Viren oder nicht-infektiöse Virusbestandteile wie z. B. mRNA enthalten, keine Spenderrückstellung erforderlich", schreibt das für Impfstoffe zuständige Paul-Ehrlich-Institut, um ein für alle Male Verunsicherung aus dem Weg zu räumen. Empfohlen wird nichts desto trotz sich einen Tag zu schonen und im Falle von Impfreaktionen und Unwohlsein lieber etwas länger bis zur Blutspende zu warten.

 

Fazit

Fakt ist, es gibt verschiedene Einschränkungen und Ausschlusskriterien bezüglich einer Blutspende, jedoch gibt es bei den derzeitigen SARS-CoV-2-Impfstoffen keinen Grund zur Sorge. Ein Verbot nach einer Schutzimpfung nie wieder Blut spenden zu dürfen, gibt es jedoch nicht. Es gibt zudem – anders als in den verbreiteten Beiträgen in Sozialen Netzwerken behauptet – keine Belege dafür, dass Covid-19-Impfungen „natürliche Antikörper zerstören“. 

 

Kurz und knapp

Einen komprimierten Überblick dazu gibt auch das nachfolgend angeführte kurze Video der dpa (Deutsche Presseagentur).