Neue Studie – wie viel die Impfung tatsächlich bringt

Infektionsrisiko trotz Impfung

Wann steigt das Risiko für Durchbruchsinfektionen?

Eine Impfung schützt uns vor Corona. Grundsätzlich ja, doch es hängt auch von der Stärke der Immunantwort ab. Wie wir bereits wissen, können sich auch Personen, die mehrfach geimpft sind, mit Corona anstecken. Forscher konnten nun Antikörperwerte feststellen, ab denen das Risiko für eine Infektion trotz Impfung ansteigt. Der ubumask-Blog erklärt.

 

Wissenschaftler überprüften Blutproben von über 2500 Personen

Wie kam man nun zu diesen Ergebnissen? Das ganze Projekt lief unter der Leitung des Instituts für Pharmakogenetik und des Instituts für Virologie. Ab Frühling 2021 wurden mehr als 2500 Beschäftigte der Universitätsmedizin Essen in die Studie aufgenommen und kontinuierlich untersucht. Nach den Impfungen (Erst-, Zweit-, und Drittimpfung) wurden jeweils Blutproben entnommen und der Antikörpertiter, also die Menge der Antikörper gegen SARS-CoV-2, bestimmt. Nicht zuletzt mussten die Teilnehmenden noch ein paar Fragen bezüglich ihres Gesundheitszustandes beantworten und ob sie trotz Impfung eine Corona-Infektion durchgemacht haben. Erste Studienergebnisse der Daten von 1391 Teilnehmenden wurden nun in der Fachzeitschrift Frontiers in Immunology veröffentlicht. Und tatsächlich: es infizierten sich trotz Boosterimpfung 102 Personen mit der Omikron-Variante; das entspricht rund 7 Prozent.

 

Wer war von Durchbruchsinfektionen betroffen?

„Das Gute an der Nachricht ist“, erklärt Winfried Siffert vom Institut für Pharmakogenetik, „dass bei allen Infizierten die Erkrankung nur kurz dauerte und milde verlief, ähnlich wie bei einer Erkältung. Niemand musste im Krankenhaus behandelt werden. Wir sehen also bestätigt, dass man nach einer Booster-Impfung trotz Infektion vor einem schweren Verlauf geschützt ist.“ Doch wer war nun von den Durchbruchsinfektionen betroffen? „Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen oder ähnliches haben hier keine Rolle gespielt“, sagt Ulf Dittmer vom Institut für Virologie. Entscheidend war stattdessen die Konzentration der Antikörper im Blut. Diese wird i.d.R. in der Einheit BAU angegeben, was für Binding Antibody Units steht. Die Ergebnisse: bei Infizierten mit Durchbruchsinfektionen lag der Antikörperwert im Schnitt bei 3477,0 BAU/ml und bei Infizierten ohne Durchbruchsinfektion bei 4733,0 BAU/ml. „Studienteilnehmer mit einem Anti-Spike-Antikörperspiegel von 2816,0 BAU/ml oder weniger hatten ein zweifach erhöhtes Risiko für eine Durchbruchsinfektion im Vergleich zu Personen mit Antikörperspiegeln über diesem Grenzwert“, fassen die Wissenschaftler zusammen.

 

Ergebnisse könnten Durchbruchsinfektionen verhindern

Wozu war diese Studie denn nun gut? Die Forscher erklären, dass ihre Ergebnisse dabei helfen könnten, Menschen mit einem höheren Risiko für Durchbruchsinfektionen zu identifizieren. Diesbezüglich könnte man zum Beispiel routinemäßige Antikörperbestimmungen, mithilfe eines einfachen Bluttests, durchführen. Ist dieser Wert zu niedrig, könnte man seinen Impfschutz erneut auffrischen lassen.  Geimpfte haben bereits die Möglichkeit ihre Antikörperspiegel in bestimmten Teststellen oder Arztpraxen überprüfen zu lassen, jedoch ist wird dieses Verfahren noch nicht überall genutzt. Weiterhin sollte einem auch klar sein, dass die Impfstoffe nicht entwickelt wurden, um vor einer Infektion an sich, sondern stattdessen vor einen schweren Verlauf zu schützen. Und in den meisten Fällen tun sie dies auch.

 

Fazit

Um uns vor einer Infektion zu schützen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Als Effektivste gilt weiterhin das Tragen einer FFP2- bzw. Anti COVID-19 Maske. Zusätzlich hat sich das Einhalten von Mindestabständen und regelmäßiges Lüften (in Innenräumen) etc. als sehr wirksam erwiesen. Sich regelmäßig eine Booster-Impfung abzuholen, ist dennoch sinnvoll. Wie sich die Immun-Antwort des Körpers dann verhält, also wie sehr der Antikörpertiter in Folge der Impfung ansteigt, liegt dann aber leider nicht mehr in unseren Händen.